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Jürgen Elsässer über uns
Hat jemand gesagt, die Jugend sei apolitisch?Hängt rum, nur Disco im Kopf, GZSZ und Germany's Next Topmodel?
Zwischen magersüchtig und voll auf Koks?
Pisa Generation?
Wer solche Stereotype im Kopf hat, muß schnell zur Kur nach München.
Dort gibt es eine Gruppe junger Menschen, die eine beinahe einzigartige Mischung verkörpert: Sie gehen in die Disco und in die Kirche, sie lesen und tanzen, sie beten und diskutieren. Körper und Geist, Sinn und Sinnlichkeit, Intellekt und Spiritualität. So eine Mischung kommt zustande wenn man balkanische Leidenschaft, orthodoxe Innerlichkeit und deutsche Disziplin zusammenbringt. |
Dann entstehen prachtvolle Individuen, jede und jeder ein Schmuckstuck,
die ihre Heimat und ihren Gott nicht vergessen werden, und dennoch
ihrem neuen Staat verpflichtet und der Welt gegenüber offen sind.Ich schmeichle nicht.Als Schriftsteller komme ich viel rum. Aber so etwas wie die jungen Serben-Deutschen in München habe ich bisher noch nicht erlebt, vielleicht mit Ausnahme der jungen Serben-Österreicher in Wien, die sich ebenfalls auf Anregung der Dveri Srpske zusammengefunden haben. Die einen sind halt ein bißchen bajuwarischer, an der Donau geht's eher im Dreivierteltakt. |
Einmal hat mich die Gruppe im Rahmen der Svetosavska skola zu einem Vortrag eingeladen. Es ging unter anderem um das Kosovo, aber auch um den Wirbelsturm der Globalisierung ganz allgemein, der alle Staaten, ach was: alle Sicherheiten zentrifugiert. Die Kenntnis und das Wissen meiner Zuhörer hat mich beeindruckt, die klugen Nachfragen, das Beharren. Alles wollen sie erklärt haben. Nichts ist selbstverständlich. Ja, so muß es sein.

Wenn die politischen Parteien in Belgrad versagen, jammern verantwortungsbewußte Menschen nicht rum - sondern nehmen die Sache selber in die Hand.
Deswegen unterstütze ich Opstanak - und Sie?
Jürgen Elsässer am 11.03.2009

Das Kosovo lassen sie nicht im Stich.
Sie schwätzen nicht nur. Sie tun etwas. Sie unterstützen die Menschen in den bedrohten Enklaven ganz praktisch. Bisheriger Höhepunkt ist das Projekt Opstanak, also die finanzielle Unterstützung bei der Sicherung eines serbischen Wirtschaftsprojekts im Kosovo. Denn eines ist klar: Die Serben werden nicht in feindlicher Umgebung ausharren können, wenn sie keine Arbeit und kein Geld haben. Der Ansatz Hilfe zur Selbsthilfe ist richtig.Wenn die politischen Parteien in Belgrad versagen, jammern verantwortungsbewußte Menschen nicht rum - sondern nehmen die Sache selber in die Hand.
Deswegen unterstütze ich Opstanak - und Sie?
Jürgen Elsässer am 11.03.2009