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Serbenvereinigung Nemanja e.V.

Die Serben-Vereinigung "Nemanja" e.V. wurde am 04.09.91 mit dem Segen S. E. des Bischofs der serbisch-orthodoxen Diözese für Mitteleuropa gegründet. Sie trägt den Namen des serbischen Herrschers Stefan Nemanja (1113 – 1199), deм Gründer des serbischen Staates und der Dynastie der Nemanjići (Nemanjiden).
Nach dem Thronverzicht zu Gunsten seines Sohnes Stevan Prvovenčani (Erstgekrönte) widmete sich Nemanja dem geistlichen Leben, wurde Mönch Simeon und lebte bis zu seinem Tode auf dem Hl. Berg Athos. Er ist Stifter und Begründer zahlreicher Klöster und Kirchen.

Laut Satzung werden folgende Ziele verfolgt: 

  • Förderung von Projekten, die auf Bereicherung und Pflege serbischer Kultur ausgerichtet sind, insbesondere ihre Weitergabe an Kinder und Jugendliche
  • Erstellung von Publikationen zu geschichtlichen, politischen und kulturellen Anlässen
  • Humanitäre Aktionen für Bedürftige und Waisenkinder
  • Organisation von Vorlesungen und Veranstaltungen
  • Kultureller Austausch,  Kontakte und Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, speziell deutsch-serbischer Austausch. 

Die ersten serbischen Bewohner bekam Bielefeld kurz nach Ende des 2. Weltkriegs, im Jahr 1948, als nämlich mehrere Hundert ehemalige gefangene Serben aus den Lagern Bockhorst und Osnabrück sich wegen des kommunistischen Regimes in der Heimat für ein Leben in Deutschland entschieden und als Angehörige der Königsarmee meist beim Englischen Militär eine Beschäftigung gefunden haben. Mit viel Mühe organisierten sie nach und nach das kirchliche Leben. 

So konnte unsere Vereinigung teilweise an den Erfahrungen dieser serbischen Nachkriegs-Generation anknüpfen.
Ende der 60. und Anfang der 70. kamen nach Bielefeld viele Gastarbeiter aus dem ehemaligen Jugoslawien, so dass heute in Ostwestfalen-Lippe ca. 5.000 Serben leben.

Den entscheidenden Schritt in Richtung einer besseren Organisation ihres geistlichen und kulturellen Lebens haben Bielefelder Serben durch den Erwerb des Gotteshauses in der Nähe der Universität (Wellensiek) im Jahr 1992 vollzogen. Wir sind stolz darauf, dass unsere Vereinsmitglieder daran entscheidend mitgearbeitet haben.

Eine besondere Herausforderung war für uns der Zerfall Jugoslawiens und der darauf folgende Bürgerkrieg, für welchen leider in vielen deutschen Medien oft pauschal und einseitig die Serben beschuldigt wurden. In dieser schweren Zeit haben wir versucht, einerseits den vom Krieg bedrohten Menschen zu helfen und gegen das undemokratische Regime von Milošević zu mobilisieren, andererseits aber auch auf die parteiische und schließlich in einem ohne UN-Mandat geführten Krieg gegen Serbien mündende Politik westlicher Staaten hinzuweisen.

Heute gilt unser Engagement der Festigung des Friedens in unserer früheren Heimat, der Förderung wirtschaftlicher Projekte und vor allem der politischen und humanitären Hilfe für die südserbische Provinz Kosovo und Metochien, die auch für uns von einer enormen geschichtlichen, geistlichen und kulturellen Bedeutung ist.

Mit den Organisationen Centar Nikola Tesla, Belgrad, und „Istočnik“, Knjaževac, arbeiten wir außerdem an dem von der GTZ (Deutsche Gesellschaft für die technische Zusammenarbeit) geförderten Projekt „Zentrum für erneuerbare Energien“ in Žlna zusammen.